Willkommen bei der Gäste- und Kurseelsorge in Oberstdorf

Erholung für Körper und Geist

Bergmessen

Die beliebte Bergmesse der Kolpingsfamilie Oberstdorf beim Rappenseekreuz mussten wir vor kurzem verlegen. Denn bei der Rappenseehütte lag Anfang Juni noch so viel Schnee, dass ernste Lawinengefahr bestand. Der Vorstand der Kolpingsfamilie hat verantwortungsbewusst entschieden und eine gute andere Lösung gefunden: Familie Gentner von der Buchrainer Alpe hat uns aufgenommen und so konnten wir bei strahlendem Sonnenschein die Saison der Bergmessen eröffnen. Die Musikkapelle Oberstdorf gestaltete den festlichen Sonntagsgottesdienst und viele haben ihn mitgefeiert.

Neben diesen „großen Bergmessen“ am Sonntag mit jeweils besonderer musikalischer Gestaltung feiern wir regelmäßig jede Woche am Donnerstag unsere „kleine“ Bergmesse. Wir gehen reihum aufs Nebelhorn, aufs Fellhorn, zum Berggasthof Laiter, zur Alpe Schrattenwang und am Söllereck zum Berghaus Am Söller. Ich bin den Verantwortlichen der Bergbahnen, dem Oberstdorfer Marktbähnle, den Gastwirten, den Mitarbeitern und allen Helfern sehr dankbar, dass sie uns so herzlich und großzügig empfangen und viele Vorbereitungen treffen für den Gottesdienst in der freien Natur.

Diese besondere Erfahrung in der Natur haben alle Kulturen gemacht und so wird der Berg immer als etwas Besonderes gesehen. Wenn wir in der Bibel schauen, ist der Berg der Ort, wo sich Gott und Mensch begegnen. Mose hat auf dem Berg die Zehn Gebote erhalten und Jesus Christus verkündet die Seligpreisungen von einem Berg aus. Auf dem Berg Tabor wurde Jesus Christus verklärt und die Jünger haben vor Seinem Leiden und Sterben erfahren, dass Er auferstehen werde. Das gab ihrem Leben eine neue Perspektive.

Fast jeder von uns hat schon einmal die Erfahrung gemacht: Von oben schaut die Welt ganz anders aus. Vieles, was uns im Alltag belastet, relativiert sich durch den Abstand. Wir überschauen die Ebene und bei guter Fernsicht eröffnet sich ein grandioses Panorama – wir atmen freier und kommen ins Staunen.

Ich lade Sie herzlich ein, jetzt im Sommer und dann im Herbst wieder einmal eine solche Erfahrung zu machen bei einer unserer Bergmessen.

Mit herzlichen Grüßen vom ganzen Team der Gästeseelsorge

Ihr Gästepfarrer Bruno Koppitz


Bittgang

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!

Die Bitt-Tage stehen vor der Tür. Wenn es um die Bitt-Tage geht, dann sind bei uns die Tiefenbacher vorneweg. Denn die Tiefenbacher machen sich immer schon Anfang Mai auf den Weg nach Rindberg. Frau Stefanie Göhl aus Ferlewang hat mir neulich beim Mittagessen von der langen Tradition dieses Weges erzählt und sie freut sich, dass dieser fromme Brauch auch heuer gepflegt wurde. Frauen aus allen Ortsteilen unserer umfangreichen Pfarreiengemeinschaft haben sich angeschlossen und sind bei diesem Bittgang der Tiefenbacher mitgegangen. Wir haben gebetet und gesungen, die Grenze nach Österreich überschritten und drüben in der Marienkapelle miteinander die Messe gefeiert. Laut und klar haben wir die alte Bitte ausgesprochen: „Vor Blitz, Hagel und Ungewitter – bewahre uns, Herr Jesus Christus“.

Mancher muss da wohl mitleidig lächeln, wenn er das hört, weil er das alles nicht mehr braucht. Er hat längst eine gute Hagelversicherung abgeschlossen und auch die Subventionen der EU werden pünktlich ausbezahlt.

Für was soll man den Herrgott noch bitten?

Dass wir alle und auch unsere Pfarrer gesund bleiben, dass wir Frieden haben und einen Arbeitsplatz, dass die Kinder gesund heranwachsen, einen Beruf und einen guten Partner finden, dass die großen Kirchenrenovierungen in Tiefenbach, in Loretto und in Oberstdorf ohne Unfall verlaufen. Die Wünsche und Anliegen sind zahlreich. Sind damit nicht beste Voraussetzungen gegeben für die jährlichen Bitt-Tage - ?

Deshalb lade ich Sie herzlich ein zum Bittgang der Schöllanger auf die Burg und zu den Bittgängen der Oberstdorfer, die im Kirchenanzeiger stehen.

Kommen Sie, auch mit Ihren Kindern – machen Sie mit bei unseren Bittgängen vor Christi Himmelfahrt!

Dazu lädt Sie im Namen unseres Pfarrers Maurus B. Mayer und des ganzen Teams aus dem Pfarrhaus herzlich ein

Ihr Bruno Koppitz, Pfr.

Das Heilige Grab ...

Josef von Arimathäa war ein wohlhabender Bürger und angesehener Ratsherr in Jerusalem. Ihm ist es zu verdanken, dass es das Heilige Grab gibt. Als heimlicher Anhänger bat er Pontius Pilatus, ihm den Leichnam Jesu zur Bestattung zu überlassen. So wurde dieser nicht wie der eines öffentlich Hingerichteten irgendwo verscharrt, sondern in einem neuen Felsengrab beigesetzt „wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist“.  Mehr und Genaueres wissen wir zunächst nicht vom Heiligen Grab. Es ist anzunehmen, dass Mitglieder der in Jerusalem entstehenden christlichen Gemeinde die heiligen Stätten besucht und verehrt haben, vielleicht nur unter Gefahren und heimlich.

Israel war ja Teil des Römischen Reiches, in dem die Christen bedroht und verfolgt wurden. Erst mit Kaiser Konstantin (312 – 337) begann eine andere Zeit. Er befreite das Christentum aus den Katakomben und nahm sich mit seiner Mutter Helena der heiligen Stätten unseres Glaubens an.  Alsbald setzten Pilgerfahrten zum Heiligen Grab ein aus allen Teilen des jungen Christentums,  worüber uns frühe Reisebeschreibungen berichten. Doch eine Reise zu den heiligsten Orten unseres Glaubens war und ist ein mit Opfern und Kosten verbundenes Ereignis. Es ist nicht allen möglich.

Daher begann man schon im Mittelalter sowohl zur Erinnerung an eine Wallfahrt oder als deren Ersatz Nachbildungen des Heiligen Grabes zu bauen und diese in den Kirchen aufzustellen. Im großen Münster in Konstanz am Bodensee oder in der herrlichen Stiftskirche Gernrode in Sachsen-Anhalt können wir solche prominenten Zeugnisse dieser Frömmigkeit besuchen. 

Auch wir in Oberstdorf pflegen diesen besonderen Brauch. Fleißige Frauen und Männer haben wieder in Loretto in der Josefskapelle das Heilige Grab aufgestellt und für uns zugänglich gemacht. In dieser großen Bühne ist unten in einer Grabkammer der liegende Leichnam Jesu zu sehen und darüber im hellen Licht der bunten Glaskugeln die Engel, die das Allerheiligste in der verschleierten Monstranz anbeten: „Deinen Tod, o Herr verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit“.

Hier halten wir in den Kartagen eigene Gebetszeiten ab, die Sie dem Kirchenanzeiger entnehmen können, und hier sind alle eingeladen zur persönlichen Andacht.  Mit den besten Wünschen für eine gesegnete Karwoche und ein frohes Osterfest grüßt Sie auch im Namen unseres Pfarrers Maurus B. Mayer sowie aller kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bruno Koppitz, Pfr.



Fastenzeit - Die Asche

... hat dem Beginn der Fastenzeit den Namen gegeben. Am Aschermittwoch werden die Palmkätzchen des vergangenen Jahres verbrannt, gesegnet und dann im Gottesdienst verwendet. Auch die Palmkätzchen beim Kreuz im Eingangsbereich des Oberstdorfer Pfarrhauses werden abgenommen und verbrannt. Die Asche ist ein Zeichen der Vergänglichkeit. Asche ist der trostlose Rest, der nach einer Brandkatastrophe noch bleibt. Die Raucher entsorgen nach ihrem Genuss die Reste im Aschenbecher. Grau oder fast schwarz liegt sie dann da.

So sehen wir sie auch beim Gottesdienst in Kirche an diesem Tag. Im Segensgebet erinnert der Priester an die Vergänglichkeit des Lebens, er besprengt die Asche mit Weihwasser und dann teilt er sie aus. Alle sind eingeladen, in der Kirche nach vorne zu kommen und das Aschenkreuz zu empfangen. „Gedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.“ – Ein düster klingendes Wort. Doch das Zeichen macht uns auch Hoffnung. Das Kreuz erinnert uns daran, dass Jesus Christus selbst ein vergänglicher Mensch geworden ist. Er war in allem uns gleich, sagt der Apostel Paulus. Aber Er ist nach dem Tod am Kreuz nicht im Grab geblieben. Gott hat Ihn auferweckt, das feiern wir als Höhepunkt des Kirchenjahres nach den 40 Tagen der Vorbereitung in der Fastenzeit. Damit nehmen wir am Aschermittwoch schon das Ziel in den Blick: die Auferstehung Jesu Christi, die uns Hoffnung gibt.

Der zeitgenössische Dichter Friedrich Dörr sagt das in einem Lied so: „Wer mit dem Herrn den Kreuzweg geht, wird jubelnd, wenn er aufersteht, das Halleluja singen“ (Augsburger Gotteslob Nr. 760) 

Für diesen Weg wünsche ich Ihnen alles Gute und Gottes Segen

Bruno Koppitz, Gästepfarrer


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