Willkommen bei der Gäste- und Kurseelsorge in Oberstdorf

Erholung für Körper und Geist

Das Heilige Grab ...

Josef von Arimathäa war ein wohlhabender Bürger und angesehener Ratsherr in Jerusalem. Ihm ist es zu verdanken, dass es das Heilige Grab gibt. Als heimlicher Anhänger bat er Pontius Pilatus, ihm den Leichnam Jesu zur Bestattung zu überlassen. So wurde dieser nicht wie der eines öffentlich Hingerichteten irgendwo verscharrt, sondern in einem neuen Felsengrab beigesetzt „wie es beim jüdischen Begräbnis Sitte ist“.  Mehr und Genaueres wissen wir zunächst nicht vom Heiligen Grab. Es ist anzunehmen, dass Mitglieder der in Jerusalem entstehenden christlichen Gemeinde die heiligen Stätten besucht und verehrt haben, vielleicht nur unter Gefahren und heimlich.

Israel war ja Teil des Römischen Reiches, in dem die Christen bedroht und verfolgt wurden. Erst mit Kaiser Konstantin (312 – 337) begann eine andere Zeit. Er befreite das Christentum aus den Katakomben und nahm sich mit seiner Mutter Helena der heiligen Stätten unseres Glaubens an.  Alsbald setzten Pilgerfahrten zum Heiligen Grab ein aus allen Teilen des jungen Christentums,  worüber uns frühe Reisebeschreibungen berichten. Doch eine Reise zu den heiligsten Orten unseres Glaubens war und ist ein mit Opfern und Kosten verbundenes Ereignis. Es ist nicht allen möglich.

Daher begann man schon im Mittelalter sowohl zur Erinnerung an eine Wallfahrt oder als deren Ersatz Nachbildungen des Heiligen Grabes zu bauen und diese in den Kirchen aufzustellen. Im großen Münster in Konstanz am Bodensee oder in der herrlichen Stiftskirche Gernrode in Sachsen-Anhalt können wir solche prominenten Zeugnisse dieser Frömmigkeit besuchen. 

Auch wir in Oberstdorf pflegen diesen besonderen Brauch. Fleißige Frauen und Männer haben wieder in Loretto in der Josefskapelle das Heilige Grab aufgestellt und für uns zugänglich gemacht. In dieser großen Bühne ist unten in einer Grabkammer der liegende Leichnam Jesu zu sehen und darüber im hellen Licht der bunten Glaskugeln die Engel, die das Allerheiligste in der verschleierten Monstranz anbeten: „Deinen Tod, o Herr verkünden wir und Deine Auferstehung preisen wir, bis Du kommst in Herrlichkeit“.

Hier halten wir in den Kartagen eigene Gebetszeiten ab, die Sie dem Kirchenanzeiger entnehmen können, und hier sind alle eingeladen zur persönlichen Andacht.  Mit den besten Wünschen für eine gesegnete Karwoche und ein frohes Osterfest grüßt Sie auch im Namen unseres Pfarrers Maurus B. Mayer sowie aller kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Bruno Koppitz, Pfr.



Fastenzeit - Die Asche

... hat dem Beginn der Fastenzeit den Namen gegeben. Am Aschermittwoch werden die Palmkätzchen des vergangenen Jahres verbrannt, gesegnet und dann im Gottesdienst verwendet. Auch die Palmkätzchen beim Kreuz im Eingangsbereich des Oberstdorfer Pfarrhauses werden abgenommen und verbrannt. Die Asche ist ein Zeichen der Vergänglichkeit. Asche ist der trostlose Rest, der nach einer Brandkatastrophe noch bleibt. Die Raucher entsorgen nach ihrem Genuss die Reste im Aschenbecher. Grau oder fast schwarz liegt sie dann da.

So sehen wir sie auch beim Gottesdienst in Kirche an diesem Tag. Im Segensgebet erinnert der Priester an die Vergänglichkeit des Lebens, er besprengt die Asche mit Weihwasser und dann teilt er sie aus. Alle sind eingeladen, in der Kirche nach vorne zu kommen und das Aschenkreuz zu empfangen. „Gedenke Mensch, dass Du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.“ – Ein düster klingendes Wort. Doch das Zeichen macht uns auch Hoffnung. Das Kreuz erinnert uns daran, dass Jesus Christus selbst ein vergänglicher Mensch geworden ist. Er war in allem uns gleich, sagt der Apostel Paulus. Aber Er ist nach dem Tod am Kreuz nicht im Grab geblieben. Gott hat Ihn auferweckt, das feiern wir als Höhepunkt des Kirchenjahres nach den 40 Tagen der Vorbereitung in der Fastenzeit. Damit nehmen wir am Aschermittwoch schon das Ziel in den Blick: die Auferstehung Jesu Christi, die uns Hoffnung gibt.

Der zeitgenössische Dichter Friedrich Dörr sagt das in einem Lied so: „Wer mit dem Herrn den Kreuzweg geht, wird jubelnd, wenn er aufersteht, das Halleluja singen“ (Augsburger Gotteslob Nr. 760) 

Für diesen Weg wünsche ich Ihnen alles Gute und Gottes Segen

Bruno Koppitz, Gästepfarrer